Was bedeutet das Validierungsergebnis?

Zurückweisen, nachfragen oder verbuchen – was jetzt zu tun ist

Was tun? · Empfehlung · Fehler · Warnungen · Hinweise · Fehler finden

Was jetzt zu tun ist

Das Prüfergebnis läuft auf drei Fälle hinaus, und jeder verlangt etwas anderes.

Fehler: die Rechnung muss neu ausgestellt werden

Ein einziger Fehler genügt, und das Dokument ist keine gültige E-Rechnung. Nachbessern lässt sich das nicht beim Empfänger — eine Rechnung ist das Dokument ihres Ausstellers. Wer sie nachträglich ändert, hat keinen Beleg mehr, sondern ein selbst geschriebenes Dokument.

Als Empfänger: Weisen Sie die Rechnung zurück und bitten Sie um eine neue. Ohne ordnungsgemäße Rechnung gibt es keinen Vorsteuerabzug — und das Versäumnis liegt beim Aussteller, nicht bei Ihnen.
Als Aussteller: Korrigieren Sie die Daten in Ihrem System und stellen Sie die Rechnung neu aus. Ein nachträglich geändertes XML unter derselben Rechnungsnummer ist keine Korrektur, sondern ein zweites Dokument mit gleichem Namen.

Warnungen: die Angaben noch einmal ansehen

Das Dokument ist gültig und kann angenommen werden — aber etwas darin ist auffällig genug, dass der Validator es erwähnt. Das ist kein Grund zurückzuweisen und keiner, es zu übergehen: Sehen Sie sich die genannten Angaben an und entscheiden Sie, ob sie so gemeint sind.

Führt eine Warnung zu einer Änderung, gilt dasselbe wie beim Fehler — die Rechnung wird neu ausgestellt, nicht nachbearbeitet.

Weder noch: nichts zu tun

Keine Fehler, keine Warnungen. Das Dokument ist konform und kann verarbeitet und aufbewahrt werden.

Die Empfehlung

Das zentrale Ergebnis jeder Validierung ist die Empfehlung: Das Dokument kann angenommen werden oder es sollte zurückgewiesen werden. Sie fasst alle geprüften Regeln zu einer einzigen Aussage zusammen. Im Prüfbericht des KoSIT-Validators und in der API heißen die beiden Zustände accept und reject.

Kann angenommen werden

Das Dokument ist konform mit dem geprüften Standard. Es enthält keine Regelverstöße, die eine Ablehnung rechtfertigen. Das Dokument kann angenommen und verarbeitet werden.

Angenommen werden können heißt nicht fehlerfrei – Warnungen und Hinweise können trotzdem vorhanden sein.

Sollte zurückgewiesen werden

Das Dokument verstößt gegen eine oder mehrere Pflichtregeln des Standards. Es sollte nicht angenommen werden – weder als XRechnung noch als ZUGFeRD-Rechnung im gesetzlich vorgeschriebenen Sinne.

Der Aussteller muss das Dokument korrigieren und neu einreichen.

Fehler (Errors)

Fehler sind Verstöße gegen verbindliche Business Rules der EN16931, XRechnung oder Peppol. Jede Business Rule trägt eine Nummer (z.B. BR-DE-1) und beschreibt eine Bedingung, die zwingend erfüllt sein muss.

Ein einziger Fehler führt dazu, dass das Dokument zurückgewiesen werden sollte. Fehler müssen behoben werden – es gibt keine Ausnahmen. Typische Ursachen sind fehlende Pflichtfelder, inkonsistente Beträge oder eine falsche Spezifikationskennung (BT-24).

Eine Übersicht der häufigsten Fehler mit Erklärungen findet sich in der Fehlermeldungsreferenz.

Warnungen (Warnings)

Warnungen weisen auf Auffälligkeiten hin, die keine Pflichtregeln verletzen, aber auf mögliche Probleme bei der Verarbeitung durch den Empfänger hindeuten. Ein Dokument kann trotz Warnungen angenommen werden.

Ob eine Warnung behoben werden muss, hängt vom Kontext ab. Bei Rechnungen an Behörden (B2G) empfiehlt es sich, auch Warnungen zu klären. Im B2B-Bereich liegt die Entscheidung beim Empfänger.

Hinweise (Informational)

Hinweise sind rein informationell. Sie zeigen z.B. an, welcher Standard erkannt wurde, welche Syntax (UBL oder CII) verwendet wird oder dass ein optionales Feld belegt ist, das in bestimmten Kontexten erwartet wird. Hinweise beeinflussen die Empfehlung nicht und müssen nicht behoben werden.

Wie sich ein Fehler finden lässt

Die Fehlermeldungen im Prüfbericht enthalten jeweils die Business-Rule-Nummer, den betroffenen Pfad im XML und eine englische Beschreibung der verletzten Regel. Das klingt technisch, lässt sich aber meist direkt einer Rechnungsinformation zuordnen.

Praktisches Vorgehen: Fehlermeldung aufklappen → Rule-ID notieren (z.B. BR-DE-1) → in der Fehlermeldungsreferenz nachschlagen → betroffenes Feld im Dokument korrigieren → mit Weitere Rechnung validieren die korrigierte Fassung ablegen.

Wer die Zusammenhänge zwischen Business Rules, Pflichtfeldern und Standards grundlegend verstehen möchte, findet auf xml-rechnung.eu eine strukturierte Einführung in die EN16931 und ihre CIUS.

Rechnung prüfen oder häufige Fehlermeldungen nachschlagen?

Validator Fehlermeldungsreferenz

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